Angst vor Schließung der Stadtteilbibliothek Eberstadt

 Wegweiser„Die angekündigten radikalen Reduktionen der Öffnungszeiten der Stadtteilbibliothek Eberstadt ab Januar 2011 sind ein komplett falsches Zeichen“ sagt Martin Kürschner (FDP Eberstadt). Nachdem viele Eberstädter Eltern und Kinder im Frühjahr 2010 gegen die Abschaffung des Bücherbusses protestiert hatten und erfolgreich für den Erhalt der Stadtteilbibliotheken kämpften ist dies nun ein erneuter Schlag ins Gesicht der Eberstädter Bürger. Kürschner ist überzeugt, daß dies nur ein erster Schritt zur geplanten kompletten Schließung der Außenstelle Eberstadt ist.


Die Stadtteilbibliothek stellt gerade für Kinder aus bildungsferneren Schichten oft die einzige Möglichkeit dar sich mit Medien zu versorgen. „Die Eberstädter FDP kann nicht nachvollziehen, wie gerade vom SPD Kulturdezernenten Walter Hofmann gegen besseres Wissen eine solche Maßnahme unterstützt wird“, so Kürschner weiter.

 Durch die in den letzten Wochen erfolgte Neubesiedlung der St. Barbara Siedlung und das Neubaugebiet Wolfhardtweg wird es in den kommenden Jahren deutlich mehr Kinder und Jugendliche in Eberstadt geben. Den Herausforderungen dieses demographischen Wandels kann nicht mit einer an einem Nachmittag in der Woche geöffneten Bibliothek begegnet werden. Viele Eberstädter Kinder sind aktiv in Vereinen, treiben Sport oder musizieren und brauchen mehr Flexibilität um ihren regelmäßigen Bibliotheksbesuch zu planen. Auch die Eberstädter Senioren wünschen sich bei der Auswahl ihrer Bücher eher eine ruhige Atmosphäre wollen sich nicht mit allen anderen Ausleihern an einem einzigen Nachmittag in der Bibliothek drängeln.

 Martin Kürschner weist darauf hin, daß die brandaktuellen Ergebnisse der PISA-Studie 2009 uns erneut deutlich zeigen, wie die soziale Herkunft den Bildungserfolg beeinflußt. Wer seinen Kindern keine umfangreiche Büchersammlung im eigenen Umfeld bieten kann wird nun ein weiteres Stück in Richtung der Bildungsverlierer abgedrängt. „Jetzt können der OB und sein Kämmerer Wolfgang Glenz beweisen,  ob ihnen wirklich etwas an einem familien- und kinderfreundlichen Darmstadt liegt“ so Kürschner weiter. Die Eberstädter FDP wünscht sich ein Darmstadt welches für Familien auch in Zukunft interessant bleibt. Und dazu gehören in erster Linie Angebote im Bereich Bildung und Kultur und keine politischen Wahlversprechen und Sonntagsreden.

 Die Darmstädter FDP hat gebetsmühlenartig immer wieder auf die Notwendigkeit zu einer Haushaltskonsolidierung hingewiesen. Aber weder das erst kürzlich eingeführte Erheben einer Bibliotheks-Jahresgebühr in Höhe von derzeit 10 Euro noch das dumme Kürzen einer Haushaltsposition sind geeignete Schritte. Um den Weiterbestand der Bibliotheken zu sichern könnten zum Beispiel Darmstädter Bürger oder Schüler sich ehrenamtlich engagieren um eine personelle Notbesetzung weiterhin zu garantieren. Auch Darmstädter Firmen sollen sich nach Meinung von Kürschner stärker durch Sponsoring engagieren und das am Standort vorhandene Potential einbringen. Die Darmstädter sind leistungsbereit und wollen sich für ihre Stadt engagieren. Diese Möglichkeiten sind nun auszuloten.