Internetdienste wie Street View verletzen Privatsphäre

Stand am 09.10.2010
Martin Kürschner (l.) und Andreas May

Darmstadt-Eberstadt. „Die Privatsphäre der Anwohner wird durch Internetdienste wie Street View verletzt“ erklärte der Ortsverbandsvorsitzende Andreas May anlässlich einer Informationsveranstaltung der Liberalen am vergangenen Samstag in Eberstadt.

„Die hohe Qualität der im Internet verfügbaren Bilder gestattet eine detaillierte Bewertung des Wohnumfelds einzelner Personen. Durch Abgleich mit zusätzlichen Daten aus anderen Quellen entstehen leistungsfähige Personenprofile, die beispielsweise von potenziellen Arbeitgebern, Vermietern, Behörden und Banken genutzt werden können.“

Das Argument, Häuserfronten könnten ohnehin von jedermann frei fotografiert werden, lässt May nicht gelten. Der Unterschied läge in der systematischen Verfügbarkeit der Bilder im Internet. Heute müsse sich ein Interessent Gebäudefotos individuell beschaffen oder vor Ort anfertigen. Internetdienste wie Street View dagegen brächten weltweit Bilder jedes Hauses per Mausklick auf den Bildschirm.

„Der Betroffene bekommt seine Bewertungsprofile niemals zu Gesicht. Sie arbeiten im Hintergrund ohne jede Transparenz für oder gegen ihn. Am Ende haben viele einen Nutzen vom Street View Dienst. Nur die nicht, deren Haus fotografiert wurde.“

May forderte die Bundesregierung auf, schnell verbindliche Normen zur Datenerhebung im öffentlichen Raum zu schaffen.

„Das Internet vergisst nichts. Einmal ins Internet gebrachte Daten können praktisch nicht mehr gelöscht werden. Es ist höchste Zeit für klare gesetzliche Regelungen, damit wir nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“