
Wohnumfeld wird beurteilbar
Street View erfasst Städte systematisch und vollständig. Hochauflösende Bilder werden werden mit Kameras aufgenommen, die in ca. 3 Meter Höhe auf Fahrzeuge montiert sind.
Jeder Internet Benutzer kann auf diese Bilder zugreifen. Mit Hilfe der Computermaus kann ein virtueller Rundgang am Computer durch die Stadt unternommen werden. Dabei kann jedes Objekt umlaufen und von allen Seiten betrachtet werden, die von öffentlichen Strassen aus sichtbar sind. Die Qualität der Bilder lässt, zumindest aus der Perspektive des Betrachters, kaum Wünsche offen. Komfortable Suchfunktionen ermöglichen es dem Anwender, Adressen leicht zu finden.
Das Wohnumfeld der Menschen kann von jedermann eingesehen werden - weltweit. Wollen wir das wirklich?
Der Mensch wird wieder etwas gläserener
Oberflächlich betrachtet besteht kein Problem. Häuserfronten sind jedermann zugänglich. Selbstverständlich könnte man die interessierenden Objekte auf öffentlichen Wegen aufsuchen und Fotos der Häuser machen. Aber: man müsste die Objekte aufsuchen, bevor ein Rundgang möglich ist.
Sie haben sich bei einem neuen Arbeitgeber beworben? Der wird sich sicher dafür interessieren, ob Sie in einem ordentlichen Viertel wohnen.
Ihnen gehört eine Fensterbaufirma? Prima, jetzt können Ihre Verkäufer ganz gezielt auf Kundensuche gehen.
Sie wollen einen Kredit aufnehmen? Die Bank wird sich dafür interessieren, wie sie wohnen, und den Zinssatz davon abhängig machen.
Sie handeln mit Adressdaten? Jetzt können noch genauere Profile der potentiellen Kunden erstellt werden.
Sie Planen einen Einbruch oder einen Überfall? Jetzt können Sie komfortabel recherchieren, welches Werkzeug Sie brauchen und wie Sie die Flucht am besten organisieren.
Fast jeder hat also etwas von „Street View“. Nur die nicht, deren Haus fotografiert wurde.
Machen Sie sich nicht zu transparent. Sie haben ein Recht auf Privatsphäre. Sie haben ein Recht auf ihre persönlichen Geheimnisse.
Widersprechen Sie!