"Ein Ortsbeirat ist kein sinnvoller Ansatz für Eberstadt" sagte Andreas May, Ortsverbandsvorsitzender der FDP Eberstadt.
"Auf den ersten Blick erscheint die Vorstellung eines eigenen Ortsverbands für Eberstadt verlockend. Es 'riecht' ein wenig nach eigener Identität des Stadtteils und nach einer kleinen Prise Unabhängigkeit" fuhr May weiter fort.
Bei genauerer Überlegung tauchten aber verschiedene Gegenargumente auf.
"Einem Ortsbeirat kommen kaum echte Kompetenzen zu. Die wesentlichen Entscheidungen werden von der Stadtverordnetenversammlung gefällt. Ein Ortsbeirat kann nicht wirklich viel erreichen". Nach Meinung von May brauche gute Stadtpolitik Überblick. Lokale Ortsbeiräte würden sich nach damit eher schwer tun und möglicherweise zusätzliche Hindernisse in die ohnehin oft schwierigen Entscheidungsprozesse bringen.
Darüber hinaus würde ein weiteres Gremium eingeführt, dass nicht nur Zeit, sondern auch Geld koste.
"Natürlich müssen die Interessen der Stadtteile Gehör finden. Deshalb sollte von den Parteien dafür Sorge getragen werden,
das Stadtverordnete aus allen Stadtteilen nominiert werden. Diese werden - ganz von selbst - die Interessen ihres Stadtteils und die der Stadt auf dem Radarschirm haben. Sie können so beide Aufgaben gleichzeitig und in Personalunion erfüllen." ergänzte May und stellte weiter fest: "In der gesamten Stadt haben wir ein Informationsflussproblem. Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von den Mandatsträgern
oft nicht richtig vertreten. Es gibt ein gegenseitiges Wissensdefizit. Daran ändern auch Ortsbeiräte Stadtparlamente nichts."
Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Institutionen müssten ins Gespräch kommen und so die Erkenntnisse generieren, die der Politik als
Informationsgrundlage dienen.
"Ich halte beispielsweise regelmäßige Stadtteilrunden für sinnvoll, da hier ein direkter Austausch zwischen nahezu allen Playern möglich ist und Erkenntnis gewonnen wird.", schloss May ab.